Es ist eigentlich eine sehr gute Frage: warum wird man eigentlich Fan von einem Fußballverein? Was sind die Gründe? Der Aufforderung einer Erklärung komme ich heute mal nach.
Also, wie der Titel schon vermuten lässt, bin ich, mitlerweile schon 15 Jahre, Anhänger des Ballspielvereins Borussia Dortmund 1909.
Zu allererst will ich aber eben klären, dass Fußball als Sport generell schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt hat. Schon mit 4 bin ich auf dem Spielplatz in der Nachbarschaft dem Ball hinterhergerannt. Allerdings war ich zu aller erst überhaupt nicht von irgendwas Fan, außer vielleicht während WM- und EM-Turnieren der deutschen Nationalmannschaft. Erfolg macht eben sexy.
So ziemlich genau 1996, mit der damaligen EM, als ich 11 Jahre alt war, blieb ich aber beim visuellen Erlebnis Fußball hängen, und schaute von da an auch regelmäßig Ligafußball. Als Vorbild kristallisierte sich ziemlich bald Thomas ‘Icke’ Häßler heraus, weil er auch eine körperlich recht kleine Erscheinung hatte, wie ich auch, und trotzdem ein sehr guter Spieler war. Damals spielte er beim Karlsruher SC, von dem ich mich dann damals auch als Fan bezeichnete. 1998 wechselte er zu Borussia Dortmund und zunächst wurde ich dadurch dann auch Dortmund Fan. Wie vielleicht nicht mehr jeder weiß, hatte Thomas Häßler aber in Dortmund keinen wirklich guten Stand, er kam so gut wie nie zu Einsätzen und verließ den Verein wieder recht schnell (wenn ich mich recht entsinne war es nur ein Jahr). In der Folgesaison hatte Dortmund eine richtig schwere Saison, es wurde so dramatisch, dass Udo Lattek den Trainerposten spontan übernahm und von da an gegen den Abstieg spielte. Was Dortmund damals an Kampf und Leidenschaft an den Tag legte, von Spiel zu Spiel, wie sich die Spieler für den Trainer opferten, das imponierte mir sehr. Da ich älter wurde und selbst im Verein spielte, wusste ich, was es bedeutet, wenn man diese Leidenschaft in den Spielern, im Trainer und den mitreisenden Fans sieht.
Von da an nahm ich, mal mehr und mal weniger, Anteil am Schicksal des Vereins, geleugnet habe ich seitdem aber nie, dass ich Anhänger des BVB war. Das ist vor allen Dingen daher nicht ganz unwichtig, weil sich bei uns, wo ich herkomme, in Nordwestdeutschland die Fans in sehr viele unterschiedliche Gruppen aufteilen. Die meisten sind Werder-, Bayern-, oder HSV-Fans, aber ein richtiges Übergewicht gibt es eigentlich nicht.
In meiner Realschulzeit geriet ich dann in eine Klasse mit einem anderen BVB-Fan, mit dem ich mich sehr gut anfreundete. Sobald wir 16 wurden, besuchten wir zu dieser Zeit etwa 3-4 Heimspiele pro Saison vom BVB, was ich als prägenstes Merkmal meiner Anhängerschaft ansehe. Die Kulisse der Fans, aber vor allen Dingen der Zusammenhalt hat mich sehr beeindruckt, auch, dass man uns nicht verübelte aus einer völlig anderen Ecke aus Deutschland zu kommen und trotzdem sein Herz für den BVB schlagen zu lassen, dafür wurden wir nach Erklärung meist eher gelobt als schief angeguckt.
Mitlerweile bin ich schon seit dieser Zeit aus tiefstem Herzen Dortmunder, auch wenn ich nicht aus der Region komme. Ich zähle mich dazu, weil ich schon sehr viel Leid und sehr viel Freud mit dem BVB erlebt habe. Es lässt mein Herz einfach höher schlagen, wenn der BVB spielt, und die Spiele lasse ich mir auf keinen Fall mehr entgehen. Auch wenn ich nach Berlin, also noch weiter entfernt von Dortmund zog, bleibt mir kein Schritt vom BVB verborgen. Stolz trage ich das Trikot durch die Stadt, auch wenn mich die Leute schon so manches mal schief angeguckt haben.
Was die Historie angeht, habe ich mich vor ein paar Jahren mal ein bisschen über Wikipedia und andere “Internetquellen” informiert und ohne, dass das was an meiner Anhängerschaft geändert hätte, wäre es anders gewesen, habe ich herausgefunden, dass die Blauweißen Erzrivalen tatsächlich die “Bösen” sind. Das hat mich natürlich in der Sache nur bestärkt. Zumal ich auch eine ganze Reihe schlechter Erfahrungen mit Schalkefans gesammelt habe, auch ohne, dass diese wussten, dass ich BVB Fan war/bin.